Es wird immer schwieriger organische Reichweite zu erzielen. Dabei sollte man aber auch auf das jeweilige Netzwerk schauen. Auf Facebook ist es ohne wirklich teilenswerten und/oder emotionalen Beiträgen nicht mehr so einfach. Auf Instagram kann auch ein schönes Foto oder der richtige Hashtag für die gewünschte Reichweite sorgen. Auf TikTok ist die größte Reichweite nötig, auch wenn die Fanzahl gering ist, denn der Algorithmus spielt Videos an eine Zielgruppe aus, die das für interessant halten könnte. In diesem Beitrag geht es aber um ein paar Tricks für mehr organische Reichweite auf Facebook.

Die richtige Zeit

aDie richtige Uhrzeit für Facebook Beitrag

In den Statistiken findest du unter Beiträge eine Übersicht, wie deine Fans deinen Content am besten erreicht. Dafür musst du allerdings beachten, dass derzeit nicht die mitteleuropäische Uhrzeit dargestellt wird, sondern die pazifische Zeitzone. Laut Aussage von Facebook wird das auch vorerst nicht mehr geändert und erschwert dir den schnellen Blick auf die beste Uhrzeit. Die Kurve, die Richtung 0 geht, ist die Zeit, wenn deine Fans schlafen. Möchtest du die Zeit nicht selbst errechnen, hilft dir ein Zeitzonenrechner. Die Differenz zwischen unserer mitteleuropäischen Zeit (MEZ) und der pazifischen Zeit (PST) liegt bei neun Stunden. D.h. wenn es in Deutschland 18:00 Uhr ist, dann ist es an der amerikanischen Westküste (der Hauptsitz von Facebook ist im Silicon Valley) 9:00 Uhr morgens. Auf dem Bild steht dein Peak – also die Zeit an der am meisten deiner Fans auf Facebook sind – bei 11:00 Uhr PST (20:00 MEZ). Nach 13:00 Uhr (22:00 MEZ) geht die Kurve steil runter, weil die meisten Facebook verlassen und schlafen gehen. Ab 20:00 Uhr PST (5:00 Uhr MEZ) steigt die Kurve langsam wieder an, weil deine Fans langsam erwachen und dann um 23:00 Uhr PST (08:00 Uhr MEZ) den morgentlichen Peak erzielen.

Zudem solltest du bei deiner Beitragsplanung immer berücksichtigen – und in den Statistiken beobachten – auch am Wochenende Inhalte zu veröffentlichen. Dafür kannst du mit der Maus über den jeweiligen Tag fahren und schauen, an welchen Tagen du am meisten Fans erreichen kannst.

Verwende Emojis

https://www.facebook.com/flowwolf.wob/posts/3194675070564838

Aus vielen meiner Beratungsgespräche höre ich, dass Emojis albern sind und völlig nutzlos. Allerdings haben Emojis eine sehr lange Geschichte, die weit vor dem Zeitalter des Social Media liegen. Emojis sind kleine Symbole wie Smileys, Alltagsobjekte, Zeichen oder Flaggen, die deine Kommunikation unterstützen. Sie stammen ursprünglich aus Japan und wurden in den Sechziger Jahren erfunden. Die Piktogramme haben sich vor allem im Zuge der Verbreitung des Messenger-Dienstes WhatsApp etabliert. Erst mit der Aufnahme der Emojis in Unicode 6.0 im Oktober 2010 wurde die Grundlage für eine weltweit einheitliche Kodierung geschaffen. Inzwischen sind sie aus der Kommunikation nicht mehr wegzudenken und weiten sich über Messenger und Social Media Kanäle auch in E-Mails aus, da so die Aussage effektiv verstärkt werden kann.

In einer großflächig angelegten Studie von 2017 fand die Psychologin Dr. Monica A. Riordan heraus, dass die Verwendung von Emojis Nachrichten mit positivem Inhalt nochmals positiver wirken lässt. Dabei war zum Teil auch die Anzahl der Emojis ausschlaggebend für die Wirkung auf den Rezipienten. Je mehr Emojis an das Ende einer Textnachricht gesetzt wurden, umso positiver wurde diese wahrgenommen. Gleiche Effekte ließen sich auch bei Nachrichten mit negativem Inhalt feststellen. Zwar wurden diese weiterhin als negativ aufgefasst, die Verwendung von Emojis hat den Grad der empfundenen Intensität der Textnachricht jedoch verringert. Seit 2014 wird der Welt-Emoji-Tag am 17. Juli begangen. Auf Facebook empfehle ich dir allerdings den Einsatz von zwei bis drei Emojis.

Bewegtbild wird besser ausgespielt

Seitdem im Januar 2018 Mark Zuckerberg (CEO von Facebook) verkündete, dass die organische Reichweite sinken wird und Bewegtbild wichtiger wird, hat sich die Produktion von Beiträgen genau in diese Richtung verschoben, um möglichst organisch gesehen zu werden. Hier hast du derzeit vier Möglichkeiten:

Live Video

Bei einem Live-Video können deine Fans das sehen, was du gerade im Moment filmst, sozusagen eine Live-Show. Sobald du diese beendest, kann sie dein Fan aber auch später noch ansehen. Der Vorteil von Live-Videos liegt darin, dass du während der Schaltung zeitgleich in Kontakt treten kannst. Live-Videos können verschiedene Formate haben:
– Eventmitschnitt (z.B. Konzert, Sportereignis)
– Webinar
– Pressekonferenz
– Talkrunde.

Facebook teilt zudem deinen Fans mit, dass du Live bist, das erhöht für dich die organische Reichweite und schafft so den direkten Weg in das Wohnzimmer deines Fans. Und so geht es:

1) Richte deinen Live Producer ein
2) Wähle aus, wie du dein Live-Video streamen möchtest
2) a) User Stream Key (Streaming Software)
2) b) Kamera verwenden (deine Kamera im Laptop oder Smartphone)
2) c) Enkoder paaren (Ein Live-Enkoder nimmt das Bild und den Ton von deiner Kamera und sendet dies als Live-Stream zum Streamingserver, wo das Streaming von den Zuschauern abgerufen wird).

Video

bVeröffentlichen des Video auf Facebook

Du drehst ein Video und lädst es anschließend hoch. Dabei hast du drei Möglichkeiten, wie du das Video präsentieren möchtest:

– Jetzt veröffentlichen
– Premiere
– Zeitplan.

Wähle danach aus, wo dein Beitrag erscheinen soll. Ich empfehle dir alles zu markieren, um eine möglichst große Zuschauerzahl zu erzielen. Markiere somit News-Feed, In Watch anzeigen und Einbetten lassen.

Um jede Option für eine große Reichweite zu nutzen solltest du alle Felder ausfüllen:
– Titel (Überschrift)
– Beschreibung (2 bis 3 Sätze mit Emojis)
– Tags (Schlüsselwörter analog den Hashtags auf anderen Kanälen)

Achte darauf, dass du Tags nutzt, die in Relation zu deinem Video stehen.

Bilder-Slideshow

https://www.facebook.com/bartelspunkt/videos/635408100523208/
Link: Agentur bartels. Facebook Fanseite

Hast du kein Video greifst du auf Bildmaterial zurück. Das ist sicherlich häufiger der Fall, weswegen du bei deinen Beiträgen immer mindestens drei Fotos bereithalten solltest. Achte darauf, dass die Bilder alle das gleiche Format haben. Facebook nimmt das Format vom ersten Bild und passt die weiteren, maximal zehn Bilder an das Startbild an.

GIF

Auf der Startseite von www.canva.com findest du Vorlagen für dein Design. / Screenshot: www.canva.com

Ein GIF ist ein Foto, in dem sich etwas bewegt oder eine kurze Videosequenz, die als Meme ausgespielt wird. Sicherlich hast du es schon mal gesehen, wenn du eine Umfrage auf Facebook einstellst und dort auf GIF klickst. Es ist gar nicht so schwer, ein GIF selbst zu machen. Ich empfehle dir dafür die kostenlose Website www.canva.com. Dort hast du zwei Möglichkeiten, das GIF zu erstellen:
1. Klick auf animierte soziale Medien direkt auf der Startseite (siehe Bild)
2. Lade mehrere Fotos in einer Arbeitsmappe hoch und speichere als GIF (Veröffentlichen –> Herunterladen –> Dateityp –> GIF)

Wenn du auf Facebook und auch auf Instagram darauch achtest, wirst du feststellen, dass viele dieser GIFs im Einsatz sind. Hier ein Beispiel der Heidebäckerei Meyer:

https://www.facebook.com/heidebaeckereimeyer/videos/642043503301885/
Das GIF wird als Video ausgewertet. / Link: Heidebäckerei Meyer Facebook Fanseite

Interaktion erzielen

Die Interaktionsrate ist immer ein spannender Wert, um zu ermitteln, ob deine Inhalte für die Zielgruppe relevant sind. Dabei teilst du die Reichweite durch die Interaktionen und erhältst eine Prozentzahl, die im Durchschnitt bei mindestens 10 % liegen sollte. Mit den oben genannten Punkten kannst du die Reichweite erhöhen, was die Basis für eine höhere Interaktion ist. Jetzt erkläre ich dir, wie du mehr Interaktion erzielen kannst.

Erstelle eine Umfrage

Umfragen eignen sich auf Facebook, wenn du eine gewisse Anzahl an Abonnenten hast, die bereits in der Vergangenheit gezeigt haben, dass sie sich mit deinem Content auseinandersetzen.

Stelle eine Frage

Dein Content kann noch so interessant sein, du wirst wenig Interaktion erhalten, wenn du nicht aktiv aufforderst, sich mit dir zu unterhalten. Dafür eignet sich die Möglichkeit einer Frage. Berichtest du über den Besuch einer Messe, kannst du deine Community fragen, ob sie auch da war oder auf welcher Messe sie zuletzt war. So schaffst du eine Gesprächsgrundlage und bringst den Stein der Kommunikation ins Rollen.

Schnell auf Kommentare reagieren

In der Social Media Welt hast du 24 Stunden Zeit, einen Kommentar, eine Bewertung oder eine Privatnachricht zu beantworten. Soweit die Theorie. In der Praxis zeigt sich, dass du insbesondere bei negativen Meldungen keine zwei Stunden Zeit hast, eine zufriedenstellende Antwort zu liefern. Solltest du abschätzen können, dass deine Antwort nicht schnell vorliegt, nutze die Möglichkeit eine “Vorantwort” zu senden, dass du dich meldest, sobald du die Antwort intern erhalten hast.

Nutzer auffordern, etwas zu posten

Hast du ein Restaurant, Supermarkt oder bist Food-Blogger, kannst du deine Community bitten, ihre Versuche oder Bestellungen zu posten. Auf Instagram bietet sich dafür der Einsatz eines Hashtags an und das Teilen über die Story-Funktion. Achte darauf, dass du das aktiv einforderst, damit deine Abonnenten sich persönlich angesprochen fühlen.

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